Skiurlaub in Österreich – Schneeparadies KitzSki
Skiurlaub in Österreich – Schneeparadies KitzSki

Skiurlaub in Österreich – Schneeparadies KitzSki

Lesezeit 21 Minuten

Skiurlaub in KitzSki Österreich

Glitzernder Schnee im Sonnenschein, Adrenalin beim Herabsausen der Pisten und überwältigende Ausblicke auf ein verschneites Bergpanorama – all das ist es, was mich jedes Jahr aufs Neue in eine verschneite Bergregion zieht. Skifahren ist mein jährlicher Winterurlaub. Dieses Jahr ging es mit meiner Familie und meinem Freund im Januar in den Skiurlaub nach Österreich. Dort liegt das mehrfach prämierte Skigebiet KitzSki, das sich auch selbst als Schneeparadies beschreibt. Und doch reicht der natürliche Schnee schon lange nicht mehr aus, um den Bedürfnissen von Wintersportlern gerecht zu werden. Vor diesem Hintergrund ist zunehmend kritisch zu hinterfragen, ob und wie lange Wintertourismus noch nachhaltig vertretbar ist. Währenddessen zeigt sich Hollersbach im Pinzgau, die kleine Ortschaft, in der wir eine Woche untergekommen sind, in Weiß. Die Straßen und Gehwege sind mit Schnee bedeckt und die Bäume wie mit Puderzucker bestreut. Zudem gehen Kleinkinder mit knallbunten Skianzügen in die Schule und aus den Schornsteinen der Gebäude steigt Rauch auf, der auf kuschelige Wärme im Inneren hindeutet. Es ist eine bezaubernde Bilderbuchlandschaft. Nicht nur beim Skifahren, sondern auch beim Schneeschuhwandern und Rodeln bin ich vollkommen in diesem Winterparadies aufgegangen.

Mobilität

Angereist sind wir zu viert im eigenen Auto. Ein vollgeladener Kofferraum mit Wintersportausstattung, bestehend aus Skiern, Skischuhen, Skistöcken und Helmen zusätzlich zum normalen Reisegepäck, macht diese Art der Anreise leider noch immer zur komfortabelsten Lösung. Während die Fahrt von etwa 520 km mit dem Auto von Mannheim nach Hollersbach im Pinzgau etwa sieben Stunden dauert, sind es mit der Deutschen Bahn je nach Verbindung etwa sechs bis acht Stunden bei zwei bis vier Umstiegen. Selbst bei einem voll besetzten Auto liegt der CO₂-Ausstoß pro Kopf mit rund 25 kg deutlich über dem der Bahn. Die Anreise mit dem Zug von Mannheim nach Hollersbach verursacht nach dem CO₂-Kompass der Deutschen Bahn nur etwa 7,5 kg CO₂e pro Person und ist damit die klimafreundlichere Wahl.

Das Skigebiet wirbt sogar für die Anreise mit Bahn und Fernbus. Aus fünf Städten im süddeutschen Raum (Augsburg, Holzkirchen, München, Nürnberg und Rosenheim) fahren täglich Busse ins Skigebiet KitzSki. KitzSkiXpress nennt sich das Angebot, das Skiticket und Busanreise vereint. Und die Region bemüht sich auch, die Abhängigkeit vom Auto vor Ort zu reduzieren. Das Skibusnetz von KitzSki gilt nach eigenen Angaben als eines der besten im Alpenraum. Ich habe gerne den Bus genutzt, um Orte und Talstationen zu erreichen – mit meinem gültigen Skipass und als Übernachtungsgast mit meinem Guest Mobility Ticket sogar kostenlos.


Was gibt es in der Region KitzSki zu entdecken?

Nationalpark Hohe Tauern
Von der Aussichtsplattform Nationalparkpanorama Resterhöhe aus versuche ich den Großglockner, den höchsten Berg Österreichs, zu finden.

Mit einer Fläche von 1.856 km2 ist der Nationalpark Hohe Tauern der größte Nationalpark im Alpenraum und eines der bedeutendsten Schutzgebiete Mitteleuropas. Mich beeindruckt er vor allem mit seiner Hochgebirgslandschaft. Die überwältigenden Gipfel lassen mich klein fühlen und zugleich mit Stolz erfüllt, diese Natur bewundern zu dürfen. Ich konnte bei weitem selbst nicht genug von der bezaubernden Landschaft sehen und stütze mich neben meinen persönlichen Ausblicken auch auf Bilder und Filmaufnahmen der landschaftlichen Vielfalt dieser alpinen Wildnis. Dabei sprechen die Fakten auf der Webseite des Nationalparks Hohe Tauern für sich:

  • mehr als 300 Berggipfel mit über 3.000 m
  • über 300 Gletscher mit einer Gesamtfläche von rund 130 km²
  • beinahe 300 romantische Bäche, davon fast 60 Gletscherbäche 
  • fast 30 bedeutende Wasserfälle und noch weit mehr kleinere
  • mehr als 500 kleinere und größere Bergseen von 35 m² bis 27 ha 
  • bis zu 20.000 Tierarten, 3.500 Pflanzenarten und 4.000 Pilze
Kernzone und Außenzone

Fast zwei Drittel des Nationalparks bilden die sogenannte Kernzone. Hier steht der strenge Schutz der ursprünglichen Natur im Mittelpunkt. Tiere und Pflanzen dürfen sich weitgehend ungestört entwickeln, wirtschaftliche Nutzung ist ausgeschlossen. Die Sulzbachtäler bilden dabei ein besonderes international anerkanntes Wildnisgebiet von über 6.700 ha Fläche, in dem die Natur nahezu vollständig sich selbst überlassen bleibt. Diese beeindruckende Landschaft blieb mir bei meinem Aufenthalt verborgen, doch die Nationalparkverwaltung bietet Schneeschuh- oder Winterwanderungen zu den urtümlichen Sulzbachtälern und zum Schaubergwerk Hochfeld an. In die Außenzone des Nationalparks kam ich bei meinem Ausflug zu den mächtigen Krimmler Wasserfällen, denen ich später einen eigenen Abschnitt widme. Die Außenzone ist geprägt von Jahrhunderten menschlicher Nutzung und bildet eine einzigartige alpine Kulturlandschaft. Hier pflegen Nutztiere die Almweiden und artenreiche Bergmähder – hochgelegene Wiesen an steilen Hängen – werden noch immer mit großem körperlichem Einsatz von Bergbäuerinnen und Bauern bewirtschaftet.

Museum Nationalparkwelten

In Mittersill, einem Nachbarort von Hollersbach, lädt das Besucherzentrum Nationalparkwelten auf 1.800 m2 dazu ein, die Tier- und Pflanzenwelt des Nationalparks Hohe Tauern interaktiv kennenzulernen. Auf zwei Ebenen warten seit der Neueröffnung 2024 zehn Themenwelten darauf, entdeckt zu werden. Ich bin sehr positiv überrascht von dem Ausstellungskonzept.

Zehn Themenwelten

Mit dem Adlerflug startet meine Reise durch die Nationalparkwelten. Ich schwebe über den Hohen Tauern und bewundere die höchsten Gipfel sowie verschiedene Landschaften mit Adleraugen. Mit diesem Einstieg schafft es die Ausstellung, die Dimensionen des Nationalparks aufzuzeigen. Eine Ebene tiefer finde ich mich in der Heimat von Murmeltieren und weiteren Tieren und Pflanzen wieder und erfahre, wie viel Leben trotz des scheinbar lebensfeindlichen, langen Winters in diesen Hochlagen herrscht.

In den Nationalparkwelten Mittersill blicke ich auf ein detailreiches Alpenmodell mit einem schwebendem Adler, das Gletscher, Fels und Lebensräume der Hohen Tauern zeigt.

Im 360°-Panoramakino vergesse ich die Zeit. Ich bleibe nach jedem weiteren Kurzfilm sitzen und lasse mich von der faszinierenden Landschaft mitreißen. Besonders beeindrucken mich die Aufnahmen am Gletscher. Ich werde mitgenommen in eine Gletscherspalte und in Höhlen unterhalb von Gletschern. Mit ihrem Rückgang eröffnen sich Perspektiven, die bislang verborgen blieben. Dieses Thema macht mich nachdenklich. In der Gletscherwelt kann ich nachvollziehen, wie sich die Pasterze – der größte Gletscher Österreichs – seit der letzten Kaltzeit entwickelte. Durchschnittlich schrumpft seine Eisdicke in den letzten 20 Jahren um ein bis zwei Meter jährlich, im unteren Bereich sogar bis zu zehn Meter. Das sind für mich erschreckende Zahlen.

Im 3D-Erlebniskino lerne ich, wie die alpine Landschaft im Zeitalter der Dinosaurier entstanden ist. Wie sie von Meer, Eis und tektonischen Kräften geprägt wurde. Gipfel aus dem Meeresgrund nennt sich diese Themenwelt. Sie zeigt die Erdgeschichte auf und macht deutlich, welchen gewaltigen Einfluss der Mensch bereits in seiner kurzen Zeit auf die heutige Landschaft hat. Das Wasserreich zeigt die stillen Gewässer, fließenden Bäche, feuchten Moore und tosenden Wasserfälle des Nationalparks. Im Bergwald kann ich mich mit Blick auf einen grünen Wald der entspannten Atmosphäre hingeben. Im Almsommer erfahre ich, wie wertvoll die biologische Vielfalt der Almen ist und wie stark Natur und traditionelle Bewirtschaftung zusammengehören.

Ausstellung
In der Welt „Wasserreich“ stehe ich scheinbar unter der Wasseroberfläche und nehme wahr, wie Bäche und Seen als Lebensadern des Nationalparks den vielen Arten einen Lebensraum bieten.
Im „Mythos Bergwald“ blicke ich nach oben zum Deckenkino und tauche mitten in die vielschichtige, lebendige Struktur des alpinen Waldes ein.
In der „Gletscherwelt gehe ich entlang einer inszenierten Eisspalte. Mir wird bewusst, wie Gletscher über Jahrtausende Täler formten und heute durch den Klimawandel an Masse verlieren.
In „Murmeltier & Co.“ zeigt mir das naturgetreu gestaltete Hochgebirgsrelief, wie Tiere und Pflanzen selbst unter extremen Bedingungen ihren Platz im ökologischen Gefüge der Alpen finden.

Wirklich unerwartet habe ich bei meinem Ausflug nach Mittersil mehr Zeit als gedacht in der spannenden und vielfältigen Ausstellung Nationalparkwelten verbracht. Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 €. Mit der Nationalpark WinterCard gibt es 25 % Ermäßigung. Der Nationalpark Hohe Tauern hat das Ziel, die Kulturlandschaft zu erhalten und die Region weiterzuentwickeln und dabei in der Natur zu forschen, Besucherinnen und Besucher zu bilden und eine nachhaltige touristische Nutzung zu ermöglichen. Naturerlebnis und Verantwortung müssen zusammengedacht werden. Das wirft die Frage auf: Wie viel und welche Nutzung verträgt eine so sensible alpine Region?

Skifahren im Skigebiet KitzSki

Es herrscht ein Gedränge vor dem Zugang zur Panoramabahn G9 an der Talstation in Mittersill/ Hollersbach. Unterschiedlichste Kleidung präsentiert die Vielfalt der Wintermode. Die Köpfe stecken in großen Helmen, wobei die Gesichter sich hinter Skibrillen verstecken. Zudem haben alle die Hände voll mit Skiern und Skistöcken oder Snowboarden. Es ist laut, es ist bunt, denn es ist die Aufregung auf einen Tag auf der Piste, die uns alle verbindet.

Schließlich steigen wir in die Gondel ein, die uns über den morgendlichen Nebel und die dichten Wolken hinaus über 2 km Streckenlänge nach oben führt – zum Pinzgablick auf 1.894 m. Und dann sind wir inmitten der Hochgebirgslandschaft. Von hier geht es nicht höher. Es eröffnet sich ein Ausblick auf die umliegenden Gipfel mit verschneiten Wäldern und eisigen alpinen Bergspitzen.

Der Schnee um mich herum glitzert im Sonnenschein, während das Tal im Wolkennebel verborgen liegt. Und es herrscht eine Stille, wie ich sie nur aus den Bergen kenne. Ich spüre Klarheit, frische Luft und die unglaubliche Vorfreude, beim Skifahren eins zu werden mit der Landschaft..

Sonnenschein und präparierte Pisten sorgen für einen perfekten Skitag. Ich genieße in KitzSki die breiten Pisten und das Panorama der Kitzbüheler Alpen.
Lifte, Bahnen und Abfahrten im Winter

Das Skigebiet KitzSki mit seinen 233 km Abfahrt auf rund 100 Pisten zählt zu den größten Skigebieten in Österreich. 58 moderne, teilweise beheizte Seilbahnen und Lifte verteilen die Wintersportlerinnen und -sportler auf Höhenlagen zwischen rund 800 und 2.000 m. Außerdem erfreuen zehn kostenlose Übungslifte im Tal diejenigen, die sich noch nicht ganz so fit auf ihren Skiern oder ihrem Snowboard fühlen. Für alle anderen kostet ein Tagesskipass 79,50 €. Da lohnt es sich, nach Mehrtagestickets, dem Frühbucherbonus oder Aktionen wie 3+1 oder Promotionstagen Ausschau zu halten. Bereits zum siebten Mal wurde KitzSki zum weltbesten Skigebiet mit höchsten Auszeichnungen gekürt. Seit über 130 Jahren findet hier auch das international bekannte Skirennen über die Streif am Hahnenkamm statt.

Meine vier Skitage reichen nicht aus, um das Skigebiet kennenzulernen. Dennoch konnte ich mir in dieser Zeit einen vielseitigen Eindruck verschaffen. Nach einem entspannten Einstieg an der Resterhöhe (1.894 m) bis hin zur Panoramaalm (1.980 m) auf gemütlichen Pisten, folgten am nächsten Tag längere Abfahrten tiefer ins Tal zum Jochberg. Besonders genossen habe ich den Skitag am Pengelstein (1.938 m). Dort verbindet die Dreiseil-Umlaufbahn D9 auf einer Strecke von 3,6 km über eine Schutzzone und ein tiefes Tal den benachbarten Berg. Sie führt zu einem weiteren Skiparadies. Zu den blauen und roten Pisten mit breiten, entspannt fahrbaren Familienpisten bis etwas anspruchsvolleren geschlängelten Abfahrten, kann ich sagen: KitzSki macht Spaß, und zwar für unterschiedliche Fahrniveaus.

Schneeschuhwandern entlang des Bachlehrwegs in Hollersbach

In der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern gibt es als Bonusleistung mit der Nationalpark WinterCard spannende Angebote. So auch ein Winter-Rangerprogramm mit kostenlosen Touren. Doch auch in vielen Unterkünften der Region gibt es Ausflugs- und Wandermöglichkeiten. Diesen Winter wollte ich gerne etwas Neues ausprobieren. Für mich geht es deshalb vier Stunden als Leistung des Dorfhotels Kaltenhauser auf eine 10 km lange Schneeschuhwanderung mit 200 Höhenmetern durchs winterliche Hollersbachtal. Ausgestattet mit zur Verfügung gestellten Wanderstöcken und Schneeschuhen starten wir voll Neugier und Vorfreude am Ausgangspunkt der Wanderung am Parkhaus Seestube. In einer kleinen Gruppe von nur zwei Personen mit Guide, wird meine erste Schneeschuhwanderung auf dem Hin- und Rückweg durch die Schlucht entlang des Bachlehrwegs zu einem intensiven Erlebnis.

Auf meiner Schneeschuhwanderung im Hollersbachtal blicke ich über die verschneite Wald- und Bachlandschaft.
Von meinem Standpunkt am Ufer aus sehe ich das türkisfarbene Wasser des Hollersbaches zwischen den Eisschollen.

Das Hollersbachtal präsentiert sich in den Wintermonaten in Weißgrün. Während der Boden, insbesondere in den schattigen Bereichen, noch mit einer dicken Schicht an Schnee bedeckt ist, strecken sich die Bäume, Sträucher und Farne entlang des lichten Weges bereits den ersten warmen Sonnenstrahlen entgegen. Über das frühlinghafte Grün ist auch unser Guide überrascht. Schon früh in diesem Jahr versucht der Winter zu verschwinden. Mich fasziniert entlang des türkisenen Baches die Struktur der Eisschicht: Klare Kanten teilen das gefrorene Wasser in Formen, die wie gewollt auf der Wasseroberfläche schwimmen und die besondere Farbe des Baches verdecken. Tierspuren auf den Eisschollen und im Uferbereich zeigen, wie wertvoll das Wasser für die heimische Fauna ist.

Bewusstes Erleben der Natur

Beim Skifahren verzaubert mich vor allem die Bergkulisse. Beim Schneeschuhwandern ist es die nähere Umgebung hinter jeder Wegbiegung durch den Wald. Die überdimensionierten Schneeschuhe machen schnelles Gehen unmöglich, sodass in jedem Schritt mehr Bedacht und Ruhe steckt, als ich es beim Wandern gewohnt bin. Doch in meiner idyllischen Vorstellung einer Schneeschuhwanderung, war ich überrascht, dass es keine ruhige Erfahrung von Stille in der Natur ist. Im Gegenteil: Jeder Schritt mit der Auftrittsfläche, die deutlich größer ist als die eines normalen Schuhs, ist ein lautes Knirschen beim Einsinken im Schnee oder Kratzen auf eisigem Untergrund. Zwar verhindern die Schneeschuhe mit ihren Zacken ein Ausrutschen, sprechen dabei jedoch ihre eigene, laute, rhythmische Sprache. Und Gehen ist trotz der Langsamkeit überraschend anstrengend. Ich erlebe Schneeschuhwandern, im Gegensatz zum schnellen Wintersport auf der Piste, als eine Auseinandersetzung mit jedem Schritt. Ich habe die alpine Natur bewusster wahrgenommen. Das war eine schöne Abwechslung.

Rodeln in Bramberg auf der längsten Rodelstrecke der Welt
Von hier oben geht es los: Die Abfahrt auf der weltlängsten Rodelstrecke in Bramberg dauert etwa 45 Minuten. Ein langandauerndes Abenteuer!
Auf dem robusten Holzschlitten liefern wir uns beinahe ein Wettrennen mit weiteren Rodelbegeisterten hinab ins verschneite Tal.

Dieser Winter hat mir gezeigt, dass Schlittenfahren definitiv nicht nur eine Attraktion für Kinder ist. Aus einer spontanen Idee heraus, wurde ein actionreiches und romantisches Abenteuer auf der Rodelbahn in Bramberg am Wildkogel. Ein Erlebnis, bei dem ich mit meinem Freund auf einem Schlitten so viel gelacht habe, wie schon lange nicht mehr.
14 km Abfahrt hat die längste Rodelstrecke der Welt, die sich von der Bergstation der Smaragdbahn auf etwa 2.000 Höhenmetern ins Tal nach Bramberg schlängelt. Wir legen uns in die Kurven entlang des Berghangs der Naturrodelbahn, dopsen über Schneehügel und genießen die wunderschöne Aussicht auf das Bergpanorama – und das über 45 Minuten lang auf den 1.300 Höhenmetern. Dabei nehmen wir ganz schön viel Geschwindigkeit auf und der Schnee sammelt sich in unseren Schuhen. Das war definitiv nicht unser letztes Rodelabenteuer, doch beim nächsten Mal wissen wir: Wechselsocken, Skibrille und Helm sind empfohlen. Und vielleicht wird es dann auch eine Nachtfahrt auf der beleuchteten Strecke. Eine Einzelfahrt Rodeln, um mit der Gondel auf den Wildkogel zu kommen, kostet für Erwachsene 23 €, die Rodelausleihe pro Tag je nach Verleih etwa 12 €.

Wir machen uns nach unserer aufregenden, rasanten Abfahrt erschöpft, aber sehr glücklich, weiter auf den Weg zur Bushaltestelle Steinach Bahnhof, denn unser nächstes Ziel an diesem Ausflugstag sind die Wasserfälle in Krimml.

Winterwandern bei den Krimmler Wasserfällen

An den Krimmler Wasserfällen im Winter erlebe ich Wasser in mehreren Aggregatzuständen: als tosenden Wasserfall an den Felsen, als Eismasse oberhalb der Krimmler Ache, wo das Wasser unten angekommen weiterfließt, als eisige Zapfen, die den Wasserfall einrahmen, als feine Wasserperlen, die sich in meiner Bommelmütze verfangen, mein Gesicht erfrischen und meine Haare locken, sowie als weichen Schnee auf dem Erdboden. Und während ich die Einsamkeit an diesem Naturschauspiel und die Macht des Wassers genieße, frage ich mich, wie die Atmosphäre wohl in den Sommermonaten wirkt, wenn Touristenströme (jährlich etwa 400.000 Besucherinnen und Besucher) für ihre Schnappschüsse und aufgrund der gesunden Wirkung des erfrischenden Sprühregens auf die Atemwege anreisen.

Mich erblickt eine Steinbockstatue, während ich in der Ferne die mächtigen Krimmler Wasserfälle bestaune.
Ganz nah am gefrorenen Wasser spüre ich den feinen Sprühnebel der Krimmler Wasserfälle.

Auch hier bietet die Nationalparkverwaltung winterliche Wandertouren an. Bewandert werden können die Wasserfälle von Mitte April bis Ende Oktober. Die Wegbenützungsgebühr des 4 km langen Wasserfallwegs mit mehreren Aussichtspunkten kostet dann 9 € oder als Kombiticket mit dem Besucherzentrum Krimmler WasserWelten 15,50 € für Erwachsene. Von der Bushaltestelle Krimml Wasserfälle sind es nur etwa 15 Minuten Fußweg zum unteren der drei Wasserfälle, die die Krimmler Wasserfälle mit drei Fallstufen und einer Fallhöhe von insgesamt 380 m zu den größten Wasserfällen Europas machen. Im Januar sind die Temperaturen eisig und aufgrund der schattigen Lage bildet das Wasser ein kunstvolles Gesamtbild aus Wasser, Schnee und Eis. Ich bin begeistert.

Schneetourismus im Klimawandel

Im Assessment Report on Climate Change in Austria (APCC) vom Juni 2025 tragen Fachleute aus Wissenschaft und Forschung den aktuellen Stand der Forschung zum Klimawandel in Österreich zusammen. Die Ergebnisse überraschen mich nicht. Es sind Aussagen darüber, dass der Alpenraum besonders stark vom Klimawandel betroffen ist: 2024 lagen die Temperaturen bereits um 3,1 °C über dem vorindustriellen Niveau, die Gletscher schrumpfen, Permafrost taut auf, die Schneebedeckung nimmt ab und Extremereignisse wie Hitze, Dürren und Starkniederschläge verändern Hochgebirgsökosysteme. Dass diese tiefgreifenden Veränderungen nicht nur die Natur mit ihrer Flora und Fauna sowie die Landschaft betreffen, sondern auch den Wintertourismus vor strukturelle und wirtschaftliche Herausforderungen setzen, ist naheliegend. Der Klimawandel lässt natürliche Schneefälle unberechenbarer werden.1

Umgang der Region mit schwindendem Schnee

In der Wintersaison 2025/26 wird in KitzSki erstmals eine Schneegarantie eingeführt. Dafür investiert die Region in technische Lösungen. Rund 30 Millionen Euro fließen in hocheffiziente Beschneiungssysteme mit über 1.260 Schneeerzeugern, zehn Speicherseen und einer Kühlturmanlage.2 Diese technische Beschneiung bringt kurzfristig Schneesicherheit und wirtschaftliche Planungssicherheit für Wintersportregionen. Bei meiner Recherche stoße ich auf eine für mich sehr schockierende Aussage des Vorstands der Bergbahn AG Kitzbühel Georg Hechenberger. Er stellt dar, dass niederschlagsstarke Winter in der Seilbahnwirtschaft gar nicht wirklich erwünscht sind, weil die finanziellen Ersparnisse durch Naturschnee marginal sind und die Pistenpräparierung noch aufwendiger.3 Doch künstlicher Schnee verbraucht große Wassermengen und Energie und verschiebt den natürlichen Winter. Das stellt den klassischen Skitourismus grundsätzlich infrage.

Die gleichmäßig weiße Piste im Skigebiet KitzSki zeigt die technische Beschneiung. Auch bei geringen Naturschneemengen werden konstante Bedingungen geschaffen.
Unterhalb des Sessellifts ist erkennbar, dass der natürliche Schnee an schneearmen Hangflächen nicht für den Wintersport ausreicht.


Langfristig wird der alpine Tourismus neu gedacht werden müssen. Wir werden neu definieren müssen, was „Winter“ bedeutet. Ich frage mich, wie lange wir versuchen werden, eine zunehmend wärmere Realität technisch zu überdecken, anstatt Ursachen zu bekämpfen und Alternativen zu entwickeln. In den folgenden Jahren sehe ich es als immer wichtiger an, darauf zu achten, welche Spuren ich im Schnee hinterlasse. Und das nicht nur bildlich gesprochen. Denn ursprüngliche Landschaften und auch Lebensräume verändern sich. Es ist bereits spürbar und sichtbar. Der Wandel im Alpenraum wartet nicht.


Fazit meiner Reise

Meinen Winterurlaub in der Region KitzSki verbinde ich mit neuen Naturerlebnissen, einer weißen Landschaft und dem Gefühl von Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass meine Generation Schnee – „Weiße Weihnachten“ – noch aus der jüngsten Kindheit kennt und Wintersport in den Bergen heute noch möglich ist. Dies wird sich in Zukunft vielleicht ändern. In meiner Zeit in Hollersbach und Umgebung habe ich besonders die Schönheit der Hochgebirgslandschaft bewundert. Der Anblick einer Berglandschaft versetzt mich immer in Staunen, doch die Gipfel der Hohen Tauern, bedeckt mit glitzerndem Schnee im Sonnenlicht, verleihen dem alpinen Panorama eine märchenhafte Einzigartigkeit. Ich habe diesen Winterurlaub als eine Zeit mit Kontrasten erlebt: Adrenalin und Geschwindigkeit beim Skifahren, entgegen der kraftvollen Schritte und Langsamkeit beim Schneeschuhwandern. Ein weißes Wunderland in den höheren und schattigen Lagen, entgegen technisch beschneiten Pistenhängen und dem Grün, das bereit ist für den Frühling. Spuren scheuer Wildtiere am Zugang zum überlebensnotwendigen Wasser, entgegen zutraulicher, süßer Kälbchen, die mir ihre Zunge gierig entgegenstrecken auf dem Bauernhof. Beim Pistentrubel auf den Skihängen und beim Rodeln hatte ich laute Erlebnisse und stille Momente in Naturräumen und in den Nationalparkwelten. Ich habe gelacht, gestaunt, geschwitzt. Wintersport begeistert mich seit Jahren. Doch auch er steht im Kontrast mit dem Klimawandel. Die Winter verändern sich. Dies ist nicht zuletzt der Grund, warum ich mich jedes Jahr auf meinen Skiurlaub freue. Auf die Gewissheit, dass mich fern meiner Heimat noch auf jeden Fall Schnee erwartet. Die Region um den Nationalpark Hohe Tauern zeigt eine Vielfalt an Möglichkeiten. Winterurlaub muss nicht unbedingt Skiurlaub sein. Ich nehme von dieser Reise Erinnerungen an verschneite Bergpanoramen, das rhythmische Knirschen meiner Schneeschuhe, rasante und witzige Rodelkurven und viele nachdenkliche Momente mit. Urlaub im Schnee ist vielleicht irgendwann keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso wichtiger sind ein bewusstes Erleben und Nachhaltigkeit in persönlichen Entscheidungen. Viel Freude unterwegs in den österreichischen Alpen!

Meine Highlights

Im Skigebiet KitzSki rund um Kitzbühel, Kirchberg und Mittersill in den Kitzbüheler Alpen beeindruckt ein spektakulärer Ausblick über den Wolken.
Packliste
  • Ausstattung für den Wintersport
  • Rucksack für Tagesausflüge
  • Warme Handschuhe, Mütze und Schal
  • Thermosflasche und vielleicht ein kleiner Wasserkocher für Heißgetränke
  • Lunchbox für die Jause unterwegs
  • Kamera für gelungene Aufnahmen der wunderschönen Bergkulisse und Landschaft
  • Buch für eine entspannte Auszeit und Gesellschaftsspiele für gemeinsame Abende
Kostenübersicht 7 Tage (pro Person)

  1. Quelle: Zweiter Österreichischer Sachstandsbericht zum Klimawandel AAR2 (2025). Wissenschaftliche Zusammenfassung. A: Aktueller Stand und Trends. ↩︎
  2. Quelle: Zakharova, Ekaterin. Seilbahnen International Verlag GmbH (11.11.2025): KitzSki gibt erstmals eine Schneegarantie – wann gilt sie? ↩︎
  3. Quelle: Fusser, Alexandra. Kitzbüheler Anzeiger GmbH (27.09.2010): Bergbahn AG Kitzbühel mit 700 Schneekanonen. ↩︎

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