Durch Landschaften wandern, die Aussichten genießen und dann die Abkühlung im klaren Wasser spüren. Das ist für mich ein Urlaub, in dem ich mich mit Naturerlebnissen von meinem Alltag erholen kann. Die Julischen Alpen, eine Gebirgsgruppe in Slowenien, laden im Sommer zu Outdoor-Aktivitäten wie Wandern, Bergsteigen, Schwimmen und Bootfahren ein. Die Region ist bekannt für ihre atemberaubende Landschaft mit schroffen Gipfeln, grünen Tälern und klaren Seen. Gemeinsam mit meinem Freund sollte ich hier vier aufregende Tage im Nationalpark Triglav, am Bleder See und Bohinjer See sowie in der berühmten Vintgar Klamm verbringen. Die malerische Schönheit der Natur hat mich verzaubert.
Anreise nach Bled
Die Anreise mit dem Zug von Deutschland nach Bled Jezero, wo wir in einer Ferienunterkunft übernachten, dauert von Mannheim aus etwa elf Stunden und kann über die Deutsche Bahn gebucht werden. Trotz der spontanen Buchung drei Wochen vor Abfahrt hat die Hin- und Rückfahrt mit BahnCard25 nur etwa 100 € gekostet. Und bei einer Distanz von rund 1.000 km werden im Vergleich zur Autofahrt rund 118 kg CO₂ eingespart. Am kleinen Bahnhof mit zwei Gleisen oberhalb des Westufers des Bleder Sees angekommen, genießen wir auf dem kurzen Spaziergang zur Unterkunft bereits den Blick auf das kristallklare Wasser. Der Sonnenschein verspricht warme Tage und beste Voraussetzungen für Wander- und Badeausflüge. Am Seeufer können wir SUPs und Ruderboote ausleihen, um die Landschaft vom Wasser aus zu erleben. Der etwa 6 km lange Rundweg um den Bleder See lässt sich bequem zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken.
Umweltfreundlich unterwegs in der Region
In der Natur rund um den See sowie im Zentrum Bled sind wir zu Fuß unterwegs. Die Wege sind gut ausgebaut, und es gibt viele Radwege. Für einen Ausflug in die Vintgar-Klamm nutzen wir den kostenlosen Shuttle-E-Bus, der stündlich zwischen der Central Bus Station Bled und dem Visitor Centre Vintgar Gorge verkehrt. Den Bohinjer See erreichen wir mit dem Bus in etwa 40 Minuten für nur 3,30 €. Auch Most na Soči, bekannt für einen smaragdgrünen Stausee im Soča-Tal, ist mit dem Zug für 4,70 € erreichbar. Busreisen können über das Unternehmen Arriva Slovenija organisiert werden. Die Webseite ist nutzerfreundlicher als die zugehörige App. Fahrten mit der Slowenischen Eisenbahn lassen sich über die App Grem z vlakom buchen. Für die allgemeine Navigation hat sich Google Maps als zuverlässig erwiesen.
Was lässt sich in den Julischen Alpen Sloweniens erleben?
Bled – malerischer Ort und Gletschersee

Die Slowenische Tourismuszentrale prahlt: „Mit dem malerischen Gletschersee und der auf einem mächtigen Felsen über dem See thronenden Burg ist Bled eines der schönsten Alpenresorts Europas.“1 Damit übertreibt sie nicht. Die Bilder geben zumindest einen Eindruck von der wirklichen malerischen Schönheit dieses Ortes. Bled ist sowohl für einen Tagesausflug aus Ljubljana als auch bei Reisenden auf der Durchreise beliebt. Ein Aufenthalt in Bled ist auf jeden Fall lohnenswert. Zwar reicht ein Tag aus, um See und Ort zu erkunden, doch es ist sehr empfehlenswert, ein paar Nächte länger zu verweilen. So bleibt Zeit, die ruhige Umgebung mit ihren vielfältigen Möglichkeiten für Wanderungen und Naturerlebnisse kennenzulernen. Mein Routenvorschlag auf Komoot führt dich eine Runde um den See Bled. Alternativ lässt sich die Tour auf mehrere Etappen aufteilen, um mehr Zeit für Aktivitäten unterwegs zu haben.
Wandern in Bled
Mein Rundgang führt dich vom Bahnhof Bled Jezero zunächst bergab zum wunderschönen See. Dort erreichst du direkt die Anlegestelle einer Pletna. In einem dieser 23 traditionellen Holzboote mit bunten Segeltuchdächern kannst du dich zur kleinen Insel Blejski Otok bringen lassen. Die Bootsführer führen dafür eine besondere Stehruder-Technik aus. Die Insel ist bekannt für die Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt mit ihren 99 Steinstufen und der Wunschglocke. Auf der Insel kannst du den 52 m hohen Glockenturm erklimmen, das historische Uhrwerk bestaunen und in der Potičnica einkehren. Ich habe diesen Ausflug ausgelassen und mich stattdessen für eine Wanderung auf die Gipfel rund um den Berg Ojstrica (610 m) entschieden. Der Aufstieg zur Velika Osojnica (756 m) ist anstrengend, aber lohnend – oben warten Ruhe, Aussicht und ein echtes Gipfelgefühl. Der Abstieg über Mala Osojnica (685 m) bietet weitere schöne Ausblicke. Aufregend ist auch das Ende, denn leiterähnliche Treppenstufen führen wieder zum See.
Baden in Bled
Wieder am Seeufer angekommen, verspürst du vielleicht Lust auf eine Abkühlung im klaren und sauberen Gletschersee. Entlang des nordwestlichen Ufers bei Mala Zaka und Velika Zaka gibt es kostenlose Badestellen. Hierfür folgst du dem Holzsteg und genießt dabei die frische Luft am Wasser. In vielen Bereichen ist der Zugang zum Wasser aus Umweltschutzgründen jedoch nicht gestattet. Nur unterhalb des Burgfelsens gibt es ein offizielles Schwimmbad Grajsko kopališče mit abgegrenztem Schwimmbereich.
Bereit für den nächsten Anstieg?
Wenn du Adrenalin liebst, kannst du dich auf eine Abfahrt mit der 520 m langen Sommerrodelbahn Straža im Skigebiet freuen. Du kannst den Berg hochwandern oder entspannt mit dem Doppelsessellift fahren. Es macht wirklich viel Spaß, die Piste herunterzurodeln! Denke nur daran, dir vorher an der Talstation ein Ticket für die Abfahrt zu kaufen. Alternativ ist auch der Abstieg zu Fuß ein Naturerlebnis. Unten im Ortszentrum Bled werden dir vielleicht die zahlreichen prachtvollen Villen auffallen. Sie erzählen von einer glanzvollen Vergangenheit. Erbaut in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, waren sie einst Sommerresidenzen des Adels und bedeutender Staatsgäste. Entlang der Uferpromenade kannst du die Architektur im Wandel der Zeit bestaunen. Schließlich gelangst du zur Burg Blejski Grad, die zu den ältesten Burgen Sloweniens zählt. Sie wurde erstmals im Jahr 1011 erwähnt und lädt dazu ein, den Blick über den Bleder See zu genießen und das Museum zu entdecken.




Vintgar Klamm

Nur vier Kilometer von Bled entfernt liegt die beeindruckende Vintgar-Klamm. Ich kannte Bilder von smaragdgrünem Wasser, den Holzstegen und wilden Felsformationen, aber vor Ort zu sein und den Fluss Radovna durch die enge Schlucht rauschen zu sehen, war etwas ganz besonderes! Die 1,6 km lange Klamm verläuft zwischen den steilen Wänden der Berge Hom und Boršt. Der gut gesicherte Weg führt über Holzstege und Brücken, oft ganz nah am Wasser. Dessen Farbe ist lebendig grünblau, mal mit sprudelndem Schaum, mal ruhig und klar und das Flussbett wechselt zwischen breit und schmal. Besonders informativ sind die vielen QR-Codes mit einem Audio-Guide entlang der Strecke. Am Ende wartet der 13 m hohe Šum-Wasserfall. Hier gibt es zwei Möglichkeiten, um zurück zum Vintgar Visitor Center, zu gelangen. Ich habe mich für den King of Triglav Trail, die längere der beiden Routen, entschieden. Sie führt in 4,1 km weiter durch die Julischen Alpen.
Die Besucherzahlen pro Tag sind begrenzt, darum ist online ein Zeitfenster zu buchen. So bleibt die Klamm ruhig und die Natur mit über 600 Pflanzenarten gut geschützt.




Bohinj Jezero – romantischer Alpensee

Von Bled aus begeben wir uns mit dem Bus auf einen Tagesausflug nach Bohinj. Der ruhige Ferienort liegt direkt im Triglav-Nationalpark. Der See, der in einem von Bergen umrahmten Tal liegt, wirkt auf mich deutlich ruhiger und weniger touristisch als Bled. Er funkelt intensiv blau und liegt klar eingebettet zwischen den bewaldeten Hängen der Julischen Alpen. Schon beim Anschauen spüre ich, wie sich Erholung einstellt. Hier lässt es sich entspannt baden, paddeln oder einfach am Ufer sitzen. Ich finde den Bohinjer See sogar noch schöner als den Bleder See, weil er für mich wie ein echtes Naturparadies wirkt, wie er grünblau schimmernd und vollkommen eingebettet in der alpinen Landschaft liegt. Da das Seeufer nur im Westen und Osten spärlich bebaut ist, liegt der See ansonsten nahezu unberührt inmitten reiner, geschützter Natur.
Touristische Möglichkeiten
Die Touristeninformation empfiehlt uns mehrere Ausflugsziele. Darunter eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg Vogel (1.922 m), der im Winter als Skigebiet mit Sloweniens längster Piste und im Sommer als idyllische Hochalm mit Blick auf das Triglav-Gebirge beliebt ist. Ebenfalls sehenswert ist der 78 m hohe Wasserfall Savica, der am westlichen Rand des Sees liegt und zugleich dessen Hauptzufluss bildet. Außerdem führt ein Wanderweg in etwa drei Stunden einmal um den See Bohinj herum, vorbei an Badestellen und schönen Ausblicken. Wir entscheiden uns allerdings für einen Ausflug zu Fuß in die Mostnica Klamm – zugegebenermaßen, weil der Busfahrer uns nur freundlich zurückwinkte, dabei allerdings vergisst auf die Bremse zu treten. Dabei warteten wir auf den ohnehin verspäteten Bus in Richtung des Wasserfalls Savica. Doch das war im Nachhinein genau richtig, denn die Wanderung war wunderschön und erlebnisreich. Mit meinem Komoot-Rundgang, möchte ich dich für diese Wanderung in Bohinj inspirieren.
Wandern in Bohinj
Von der Busstation aus erreichst du in nur drei Minuten den See Bohinj Jezero. Dort fällt dir sofort die schöne, steinerne Brücke auf, die über den Fluss Sava Bohinjka zur Kirche Kirche Sv. Janez Krstnik (St. Johannes der Täufer) führt. Diese zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Region und ist ein eindrucksvolles Beispiel mittelalterlicher slowenischer Architektur und Wandmalerei. Im Inneren beeindrucken Fresken mit ungewöhnlichen Darstellungen, etwa von Engeln mit Zähnen und zwei weißen Teufeln. Besonders ist der hölzerne Kopf Johannes der Täufer aus dem Jahr 1380, denn weltweit existieren nur fünf Exemplare. Für Liebhaber von Kunst und Geschichte lohnt sich ein Blick hinein.
Über den Ortsausgang von Ribčev Laz führt ein Weg ins Dorf Stara Fužina, das mit Holzhäusern und Gärten ländliche Idylle ausstrahlt. Ein Pfad führt dich zur Mostnica-Staumauer. Sie bildet einen breiten Wasserfall und darunter breitet sich eine Landschaft aus Gumpen mit kühlem Wasser aus. Der perfekte Platz, die Wanderschuhe auszuziehen und bei strahlend blauem Himmel den angenehmen Sonnenschein zu genießen!
Die steinerne Teufelsbrücke führt über die enge Schlucht der Mostnica und bietet einen tiefen, beeindruckenden Blick in die vom Fluss geformten Kalksteinfelsen. Früher diente die Brücke dem Transport von Eisenerz und Holzkohle. An einer Weggabelung steht ein Kassenhäuschen. Im Sommer kostet der Eintritt in die Mostnica-Klamm 4 €.
Mostnica-Klamm

Die Wanderung entlang der Mostnica-Klamm zeigt vielfältige, beeindruckende Landschaftsformen. Der Weg beginnt auf der rechten Seite der Schlucht und führt durch einen Wald, der trotz touristischer Erschließung ursprünglich wirkt, herrlich nach Wald duftet und Ruhe ausstrahlt. Es ist ein absolutes Wohlfühlen in der Natur für mich. Immer wieder öffnen sich neue Ausblicke auf die enge Klamm, in die sich der Fluss Mostnica über Jahrtausende gegraben hat. Nach wenigen hundert Metern wird das türkisgrüne, sprudelnde Wasser flacher und verwandelt sich in ein ruhigeres Flussbett. An mehreren Stellen kannst du zum Wasser hinabsteigen und die Füße im eiskalten Gebirgsfluss abkühlen. Der Weg selbst ist abwechslungsreich: Er führt über Wurzeln, Holzbrücken, enge Pfade und moosbedeckte Felsen. Eine besondere Felsformation lässt einen Elefanten, den Slonček erkennen. Wenn du an der Stelle weiterwanderst, an der meine Wanderung wendet, erreichst du eine bewirtete Hütte, die Koča na Vojah und den Wasserfall Voje im gleichnamigen Tal.




Gastronomie
In Bled ist gesunder, nachhaltiger und leckerer Genuss einfach. Zum Frühstück empfehle ich frisches Brot einer Bäckerei – manche bieten sogar hausgemachte Nudeln an – sowie regionalen Honig oder Schinken, zum Beispiel aus Tolmin. Slowenien ist bekannt für aromatischen Blüten- und Waldhonig sowie Propolis. Auf unserem Ausflug nach Bohinj haben wir Almkäse sowie losem Bergtee aus Holunder und Kräutern gekauft. Abends haben wir in unserer Unterkunft oft selbst gekocht – mit regionalen Produkten aus dem Supermarkt Mercator.

Ein absolutes Muss in Bled ist die Kremšnita, eine Creme‑Torte, die 2016 als Herkunftsspezialität anerkannt wurde. Die Kombination aus Vanillecreme, Schlagsahne und Blätterteig schmeckt, als würde man in eine Wolke beißen – ganz luftig und cremig. Weitere traditionelle Kuchen sind Potica (gerollter Hefeteig) und Blejska Grmada (mehrschichtiger Kuchen).
Und übrigens: Das Leitungswasser aus dem Alpenfluss Radovna schmeckt fantastisch erfrischend! 19 öffentliche Trinkbrunnen gibt es rund um den Bleder See und in den umliegenden Dörfern.
Fazit meiner Reise
Meine Slowenien-Reise beschrieben in drei Wörtern? Natur, Ruhe und Vielfalt. Die Landschaften sind malerisch, das Wasser klar, die Luft frisch. Das zeigt sich in den stillen Waldwegen rund um den Bohinj-See, in der beeindruckenden Vintgar-Klamm und hinabblickend auf Bled Jezero mit seiner bezaubernden kleinen Insel. Die Natur ist hier kein Hintergrund, sondern der absolute Höhepunkt. Die vier vollen Tage in den Julischen Alpen waren für mich Abenteuer und Erholung zugleich. Mich hat Slowenien besonders mit seiner Kombination aus unberührt erscheinender Natur, die ich unterwegs durch Zug- und Busfenster genossen habe, und der touristischen Attraktivität beeindruckt. Ich mochte das Wandern und die Abkühlung im See sehr. Bei einer Reise nach Slowenien empfehle ich nicht nur, viel zu entdecken, sondern auch, sich Zeit zu lassen, um wirklich anzukommen. Ich nehme Erinnerungen an türkisfarbenes Wasser, moosige Felsen, wunderschöne Aussichten und viele kleine Glücksmomente mit. Viel Freude beim Erkunden der Julischen Alpen!
Meine Highlights
- Aussicht auf Bled Jezero von Velika Osojnica
- Sommerrodelbahn in Bled
- Kremšnita in Bled
- Erfrischendes Wasser in den Badeseen Bled und Bohinj
- Mostnica-Staumauer in Bohinj
- Märchenhafte natürliche Wanderwege im Nationalpark Triglav
- Günstig spontan Bahn und Bus fahren in der Umgebung
- Funktionierendes Mülltrennungssystem im öffentlichen Raum


Packliste für den Outdoor-Urlaub in Slowenien
- Trinkflasche zum Auffüllen an den Trinkbrunnen mit frischem Alpenwasser
- Wanderschuhe & Badekleidung
- Regenjacke & Sonnenschutz
- Insektenspray für lästige Stechmücken am See
- Stoffbeutel für den Einkauf beim Bäcker
- Powerbank fürs Handy, denn Kamera und Navigation benötigen viel Energie
- 1 € Münzen für öffentliche Toiletten
Kostenübersicht 3 Tage (pro Person)
Reise mit dem Fernverkehr der DB und ÖBB | etwa 100 € |
Reisen mit dem slowenischen Personennahverkehr | etwa 20 € |
Unterkunft Hiša 1907 (über Booking.com) | 148 € |
Essen und Trinken | etwa 70 € |
Aktivitäten (Eintritte) | etwa 50 € |
Gesamt: | etwa 555 € |